Winery Weinabo

im Februar

Weißweine – Italiens versteckte Schönheiten.

Italien zählt zu den ältesten Weinbauländern der Erde. Die Anfänge reichen zumindest bis vor 1.000 v. Chr. zurück. Zu dieser Zeit tauchten im Mittelitalien die Etrusker auf, die Gebiete der Regionen Abruzzen, Latium, Toskana und Umbrien besiedelten. Der Ursprung der italienischen Weinkultur liegt vor allem in der griechischen Kolonisation, mit der im 10. Jahrhundert v. Chr.  beginnend auf Sizilien, Kampanien und Kalabrien griechische Weinkultur auf die Halbinsel gebracht wurde.

Anfang der 1990er Jahre betrug die Rebfläche noch weit über eine Million Hektar, die aber auf Grund von geförderten Rodungsprogramme der Europäischen Union um rund 200.000 Hektar reduziert werden. Im Jahre 2012 wurden von 713.000 Hektar, rund siebenmal so viel wie Deutschland, 45,6 Millionen Hektoliter Wein produziert. Damit ist Italien vor Frankreich und Spanien der größte Weinproduzent der Welt.

Der Weinbau und die Weinproduktion in Italien werden geprägt von regionalen Gegebenheiten und bringen hochklassige Weine hervor, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreuen. Es gibt rund zwei Millionen Traubenerzeuger, 340.000 Kellereien und 45.000 Weinabfüller.

Italien selbst besitzt neben 350 bekannte Varietäten noch schätzungswiese 1.200 Rebsorten, die noch gar nicht katalogisiert sind. Es mag überraschen, dass im Verhältnis die weißen Sorten überwiegen. Bei genauer Betrachtung jedoch fällt schnell auf, dass gerade die italienischen Weißweine eine herrliche Vielfalt zu bieten haben. Neben internationalen Rebsorten wie z.B. Pinot Grigio existieren autochtone Reben, die eine territoriale Identität besitzen. Und gerade aus solchen Reben entstehen hochklassische, unimitierbare Weine mit unverwechselbaren Akzenten. Und genau solche Weine wollen wir Ihnen mit diesem Wein-Abo präsentieren.

2014 Falanghina “Rami” DOC, Di Majo Norante, Molise/ Italien

Das Weingut Di Majo Norante liegt in der traumhaften Region Molise, direkt an der Adria. Hier, zwischen Abruzzen und Apulien, finden sich perfekte Weinbaubedingungen, weshalb sich die Geschichte des Rebbaus hier ohne Probleme noch über die römische Antike hinaus zurückverfolgen lässt. Di Majo Norante hat hier im Distrikt Ramitello seine Rebflächen auf besonders hochwertigem Untergrund, der aus lockerem und sandigem Lehm besteht. Passend zum idealen Boden gesellt sich das Klima. Es ist geprägt von der Adria, die nicht nur kühlende Winde über die Weinberge schickt, sondern durch ihre Nähe das Klima grundsätzlich harmonischer macht.

Hier erzeugt Di Majo Norante seit über 200 Jahren Wein (Gründungsjahr 1800), was man eindrucksvoll in den alten Familienkellern nachvollziehen kann. Mittlerweile bewirtschaftet das Weingut 85 Hektar Rebfläche und auch bei seiner Kellerei kann es auf modernste Technick zurückgreifen, denn Traditiion soll niemals Stillstand bedeuten. 

Der junge Ausnahmewinzer Alessio di Majo hat sich, unterstützt von dem renommierten Önologen Riccardo Cotarella, den fast in Vergessenheit geratenen antiken Rebsorten der Gegend verschrieben und ihnen zu neuem Ansehen verholfen. Neben den Klassikern Malvasia, Trebbiano, Montepulciano und Sangiovese setzt man bei Di Majo Norante auch auf Bimbiano und Aglianico. Als wäre das nicht bereits eine Leistung für die Arterhaltung, kommen noch alte Reben von Falanghina, Greco, Prugnolo und Tintilia hinzu - das ist Naturschutz der ganz besonderen Art. Der Falanghina “Rami” ist einer der besten Weißweine aus der Molise! Er besteht zu 90% aus der Rebsorte Falanghina und 10% aus Greco. Die durchschnittlich 22 Jahre alten Reben wachsen auf Lehmboden. 

Der Wein ist strohgelb und besitzt ein frisches Bouquet, das Anklänge von reifen Früchten wie Pfirsich und Aprikose erkennen lässt. Am Gaumen zeigt sich der Wein sanft und trocken mit einem vielschichtigen Geschmackeindruck, der in einer Mandelaromatik endet, die typisch ist für diese Rebsorte. Ein Wein mit starkem Charakter, der zudem Potential besitzt, um noch einige Jahre auf der Flasche zu reifen.

13 % alc. € 7,99

2014 Friulano, Azienda Agricola Poggiobello, Friaul/ Italien

Seit 1974 gehört das Weingut Poggiobello zu einer Gruppe von inzwischen acht Weingütern in mehreren Regionen Italiens. Das landwirtschaftliche Unternehmen Poggiobello liegt auf dem Gipfel eines Hügels in der Nähe der antiken römischen Stadt Cividale, die auch die Hauptstadt des Langobardenreiches war. 

Der wirkliche Schatz und Stolz der Gesellschaft sind die Weinberge, die sich auf einer Fläche von 110 Hektar erstrecken, von denen 90 Hektar mit Reben bestockt sind. Der ganze Hügel um Poggiobello ist bedeckt mit Weinbergen, die fast vollständig terrassiert sind und sich auf zwei großen natürlichen Amphitheatern befinden.

Die besonderen Böden, Ponca genannt, entstanden durch Verwitterung von Mergel aus dem Eozän. Sie sind sehr humusarm und durchlässig und verleihen den Weinen ihre ausgeprägte Mineralik.

Dieser Wein bringt mehr als jeder andere das Gebiet zum Ausdruck, dessen Namen er auch trägt. In Friaul ist der Friulano praktisch Synonym für Weißwein. Einst hieß er „Savignonassa“, aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Sauvignon blanc, und ist nun dazu bestimmt, zum Fahnenträger des friaulischen Weinbaus zu werden.

Die entrappten Trauben werden sanft ausgepresst und einer Kaltmazeration unterzogen. Die alkoholische Gärung erfolgt in Stahlbehältern bei einer konstanten Temperatur von 16°C. Nach der teilweisen malolaktischen Gärung verweilt der Wein für ca. vier Monate auf der Hefe, dann wird er abgefüllt und für mindestens zwei weitere Monate in der Flasche ausgebaut.

Der Wein besteht zu 100% aus Friulano und hat eine strohgelbe Farbe. In der Nase werden die mineralischen Eindrücke von Düften aus dem Kräutergarten begleitet. Am Gaumen präsentiert sich der Wein körperreich, trotz seines relativ niedrigen Alkoholgehaltes. Er besticht durch eine breite Palette an Aromen und komplexen Eindrücken. Im Abgang ist eine deutliche Note von gerösteten Mandeln erkennbar. 

12,5 % alc. RZ: 3,5 g/l, Säure: 5,5 g/l, € 10,90

2013 Vermentino „Calasole“, Rocca di Montemassi, Maremma / Italien

Das Zonin-Weingut Rocca di Montemassi liegt in der malerischen Toskana-Küstenregion, die besser bekannt ist als Maremma. Hier, wo seit einiger Zeit alle großen Namen der italienischen Weinwelt versuchen Fuß zu fassen, packte die Zonin Familie im Jahre 1999 das Schicksal beim Schopfe und erstand das 430 Hektar große Weingut, das 160 Hektar Rebfläche vorweisen konnte.

Wie auch bei den anderen Zonin-Weingütern ging man auch bei Rocca di Montemassi behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl vor. Man setzte keinen hypermodernen Bau ins Weingut, sondern restaurierte die alten Gebäude. Gerade ökologische Nachhaltigkeit ist Zonin wichtig, weshalb auf dem Gelände auch unzählige Zypressen, Pinien, Oleander und viele andere typische Pflanzen angesiedelt wurden. So verbindet sich der Weinbau mit der natürlichen Landschaft, was nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt gut ist, sondern die Weinberge auch besser vor Krankheiten und Schädlingen schützt. Das Besondere der Maremma ist das Mikroklima, der Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht und der außergewöhnliche Boden. Dies macht die Produktion von Spitzenweinen allererster Güte erst möglich. 

An erster Stelle hat man sich bei Rocca di Montemassi zwei regionalen Rebsorten, dem Sangiovese und Vermentino, verschrieben. Vermentino kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht, doch darf diese auch nicht überhand nehmen. Gerade bei großer Wärme neigt er dazu erheblich an Säure einzubüßen. Aus diesem Grund werden die Trauben bereits Anfang September gelesen. Dies geschieht ausschließlich von Hand. Nach der schonenden Pressung erfolgt die Gärung bei Temperaturen zwischen 18° - 22°C im Edelstahl. Anschließend reift der Wein noch sechs Monate auf der Feinhefe vor der Abfüllung. Der Vermentino „Calasole“ zeigt sich hellgelb mit grünem Schimmer im Glas. Die Nase duftet exotisch nach Maracuja, Limetten, Zitronenmelisse, grünem Paprika und einem Hauch Minze.

Am Gaumen ist der „Calasole“ ein Schmeichler, sanft und mit zartem, elegant fruchtigem Schmelz. Weich und unbeschwert sorgt dieser Vermentino für ein angenehmes Mundgefühl und überzeugt mit klarer, frischer Linie.

13 % alc. € 8,90

Unsere Rezeptempfehlungen zu den Weinen im Februar

Zum 2014 “Rami” – Mediterraner Schafskäse überbacken

200 gr. Feta-Käse, 6 Tomaten, 2 Spitzpaprika, rot oder gelb, 1 Peperoni, 1 Handvoll schwarze Oliven, 1 Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, 2 EL Olivenöl, 1 EL Basilikum, 2 Zweige Thymian, 2 Zweige Rosmarin, Salz und Pfeffer

  • Den Backofen auf 180°C vorheizen.
  • Zwei kleine Auflaufformen bereit stellen und jeweils 100 gr. Schafskäse auf den Boden der Formen zerbröseln. Die Zwiebel und den Knoblauch fein schneiden. Die Paprika entkernen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten würfeln und die Peperoni in feine Ringe schneiden und dann alles auf die Formen verteilen.
  • Jetzt pro Form 1 EL Olivenöl darüber träufeln und mit einer Prise Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluss die Kräuter auf die Formen verteilen und unterheben. Die Rosmarinzweige im Ganzen dazu legen.
  • Jetzt die Formen auf der mittleren Schiene ca. 30 Minuten überbacken.
  • Dazu passt Baguette oder Roggenbrötchen.

Zum 2014 Friulano – Gebratene Jakobsmuscheln an Weißwein-Risotto

200 gr. Risotto-Reis, 1 Liter Geflügelfond, 80 gr. Schalotten, 2 Knoblauchzehen, 4 EL Olivenöl, 200 ml trockener Weißwein, 4 Stiele glatte Petersilie, 20 gr. Butter, 30 gr. ital. Hartkäse, Salz und Pfeffer

  • 16 ganz frisch ausgelöste Jakobsmuscheln, 4 EL neutrales Pflanzenöl, etwas Mehl zum Bestäuben, Salz und Pfeffer
  • Schalotten fein würfeln. Knoblauch schälen und leicht andrücken. Fond in einem Topf aufkochen. Öl in einer Pfanne oder Sauteuse erhitzen und Schalotten und Knoblauch bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten glasig dünsten.
  • Den Reis zugeben und 1 Minute andünsten. Mit Weißwein ablöschen und stark einkochen lassen. Mit so viel kochendem Fond aufgießen, dass der Reis knapp bedeckt ist.
  • Risotto unter Schwenken oder Rühren 16-18 Minuten garen. Dabei nach und nach den restlichen heißen Fond zugeben.
  • Leicht mit Salz und Pfeffer würzen, Knoblauch entfernen. Petersilienblätter fein schneiden. Risotto beiseite stellen, Butter und Petersilie unterrühren. Käse darüber reiben, unterrühren und 3 Minuten ziehen lassen.
  • Die Jakobsmuscheln mit kaltem Wasser abspülen und gut abtupfen. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen und mit Mehl bestäuben.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen und die Jakobsmuscheln insgesamt 3 Minuten lang bei mittlerer bis hoher Hitze braten, nach 1 ½ Minuten wenden. Die Muscheln müssen außen gut versiegelt und innen noch glasig sein.
  • In vorgewärmten Tellern mit dem Risotto servieren.

Zum 2013 “Calasole” – Tandoori Hähnchenspieße

500 gr. Hähnchenbrust, 125 gr. Naturjoghurt, 1 Zehe Knoblauch zerdrückt, 1 EL Gewürzpaste (Tandooripaste), 2 EL Butter, 1 ½ TL Garam masala Gewürzmischung

  • Die Hähnchenbrust würfeln, auf 4 gefettete Spieße stecken und in eine flache Schüssel legen.
  • Aus Joghurt, Knoblauch  und Tandooripaste eine Marinade rühren und die Hähnchenspieße damit bestreichen. Zugedeckt ca. 4-5 Stunden marinieren, dabei mehrmals wenden.
  • Backblech mit eingefetteter Alufolie auslegen und die Spieße von jeder Seite ca. 4 Minuten im Ofen grillen oder bis die Oberfläche gebräunt ist. Zwischendurch die Spieße mit geschmolzener Butter  einpinseln, damit das Fleisch nicht austrocknet.
  • Mit Basmatireis servieren. Das Gericht mit Garam masala bestreuen.